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indenwaldgehen (2019)

"Familie:

Krieg im Spiegelkabinett. 

Jeder Schuss fällt irgendwann 

auf Dich zurück. 

Jeder greift 

nach sich." 

(Helena Bennett: indenwaldgehen (2019))

Ein Nachmittag im Winter 2019. Erschöpft vom Zustand der Welt kommt Olga, eine junge Frau, zurück an einen Ort ihrer Erinnerung. Von der Begegnung mit ihrer eigenen Vergangenheit erhofft sie sich Erkenntnisse über die Gegenwart. Doch statt Lösungen für die großen Fragen der Zeit zu finden, begegnet sie der Unzuverlässigkeit von Erinnerung. Frustriert über die Unmöglichkeit, Wahrheit im Gestern zu finden, versucht sie, der kollektiven aber auch ihrer eigenen Vergangenheit zu entkommen. Doch auch das soll nicht gelingen: Immerzu wird sie auf sich, auf die Unentrinnbarkeit aus der Geschichte, auf die Widersprüche des Mensch-Seins zurück geworfen.

Aus dem Strudel der Gedanken kommt ein Kind zur Welt - ein Narr, eine Nachfahrin, aber auch ein Teil ihrer selbst. Bis zum Anbruch des nächsten Tages begegnen sich die Generationen. Die 30-jährige Olga und das zeitlose Wesen nähern sich an und stoßen sich ab, streiten und versöhnen sich. Olga sieht: in der Gewalt dieser Tage liegt auch eine Schönheit, eine Poesie.

In den wald gehen (2019) ist eine Komposition auf der Suche nach unserem Platz in der Welt. Es ist eine Partitur der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und der Versöhnung mit den Fehlern der Geschichte. Es ist der Versuch, Poesie zu finden in und für eine Zeit, die sich kaum noch in Worte fassen lässt – und die Frage danach, was von 2019 als persönliches Schicksal bleibt und was sich ins kollektive Gedächtnis einer Generation überträgt.

Regie/Choreografie/Text: Helena Bennett
Bühne: Faniz Sadeghi
Kostüme: Lisa Neumann/ Krishna Dammert
Licht: Max Bäßler 
Dramaturgie: Paul Marwitz
Musik: Andrew Krell
Es spielen: Verena Gerjets, Mathilda Jackenkrol

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